Den Kern unter  die Lupe nehmen....

Untersuchen, beschreiben, vermessen, verkosten, fotografieren, herbarisieren, protokollieren.....

Nach erfolgreichen Erhebungen vor Ort kommt erst richtig viel Arbeit auf die Forscher zu. Denn die edlen Fundstücke müssen nicht nur gesammelt sondern auch fachgerecht herbarisiert und nach der jeweiligen Art bestimmt werden. Hierfür braucht es vorbereitend verschiedene Arbeitsschritte, die zu tun sind.

Viele Primitivpflaumenarten - vor allem jene, die sich auf den ersten Blick sehr ähnlich sehen - können erst durch den Vergleich mehrerer verschiedener Merkmale genau bestimmt werden. Daher ist genaues und konzentriertes Arbeiten wichtig, denn an manchen Tagen waren bis zu 30 verschiedene Säckchen mit Früchten und Blättern gleichzeitig im Büro zur Auswertung aufbewahrt. "Da muss man schon sehr sorgfältig arbeiten, um nichts durcheinanderzubringen," weiß Franz Höglinger aus Erfahrung. Bereits im Jahr 2001 hat er im Auftrag des Vereins HORTUS Erhebungen zu den Primitivpflaumen im Raum Attersee/Attergau durchgeführt und dabei über 150 Belege gesammelt.

Wie läuft nun so eine Primitivpflaumen-Erhebung im Detail ab? 

Die Belege von den untersuchten Bäumen werden zuerst - vor Ort - untersucht  und augenscheinliche Merkmale an Blatt, Zweigen und Frucht vermerkt, der Baum vermessen und die Lage und Biotopqualität beschrieben. Auch Anmerkungen und Erinnerungen der Baumbesitzer werden notiert. Dann werden ein paar Zweige mit Blättern und, nach Möglichkeit, etwa zehn reife Früchte entnommen.

Im Büro wurden dann die einzelnen Belege separat untersucht. Dazu werden fünf bis zehn Blätter von Kurztrieben in Länge und Breite vermessen. Gleiches geschieht mit den vollreifen Früchten. Diese werden dazu noch beschrieben nach der Farbe, der Bereifung, der Form. Dann werden die Früchte geöffnet, das Fruchtfleisch untersucht nach Farbe und Konsistenz, die Früchte werden verkostet und diese Eindrücke notiert.

Nachfolgend wird der Kern entnommen, beschrieben und nach Länge, Breite und Dicke vermessen. Diese Verhältniszahlen ermöglichen dann die Zuordnung zu den jeweiligen Primitivpflaumenfamilien und schlussendlich zur Art. 

Die Belege werden dann gepresst, getrocknet, fachgerercht herbarisiert und dann dem oberösterreichischen Landesmuseum zur Verwahrung übergeben.

 

Ein herzliches Dankeschön!

Wir möchten uns hiermit bei allen Grund- und Baumbesitzern für die herzliche Aufnahme und Unterstützung bei unseren "Ermittlungen vor Ort" bedanken. Jedes Gespräch, das wir geführt haben und jede Information, die sie uns mitgeteilt haben sind für die Erforschung der ökologischen und kulturhistorischen Bedeutung der Primitivpflaumen wertvoll. Wir möchten uns auch für Ihre Zustimmung bedanken, dass wir von ihren "Schätzen" Edelreiser und Wurzelbruten entnehmen dürfen. Dadurch können wir nicht nur den Erhalt der Artenvielfalt unserer Zwetschkenfamilie sichern sondern diese Arten auch wieder vermehren. Wir freuen uns auf eine weitere gute Zusammenarbeit im Zwetschkenreich Naturpark Atterse-Traunsee.

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