Forschung im Naturpark: Die „weißen Flecken“ der Insektenwelt füllen

Wie steht es wirklich um die Insektenvielfalt in unserer Region? Einige Gruppen, wie etwa die faszinierenden Schlupfwespen, zählen zu den am wenigsten erforschten Insekten, obwohl sie eine enorme ökologische Bedeutung haben. Um diese Wissenslücken zu schließen, beteiligt sich der Naturpark Attersee-Traunsee an einem wegweisenden Projekt der OÖ Landes-Kultur GmbH (Biodiversitätszentrum Oberösterreich). Unter der Leitung von Dr. Martin Schwarz wird 2026 eine systematische Großinventur der oberösterreichischen Insektenwelt durchgeführt.

Das Ziel: Den Wandel verstehenInsekten sind die Seismografen unserer Ökosysteme. Das Projekt verfolgt drei Kernziele:

  • Entdeckungen: Erfassung wenig bekannter Gruppen mit der Chance auf Erstnachweise oder sogar die Entdeckung neuer Arten.
  • Klimacheck: Dokumentation, wie der Klimawandel die Zusammensetzung unserer Insektenfauna verändert.
  • Referenzwert: Schaffung einer fundierten Datenbasis für zukünftige Vergleiche.

Forschung vor der Haustür

Von März bis Oktober 2026 wird im Zwei-Wochen-Rhythmus geforscht. Dabei kommen sogenannte Malaisefallen zum Einsatz – zeltartige Konstruktionen, die fliegende Insekten passiv erfassen.Dieses Projekt ist Teil einer landesweiten Strategie, die von den Mooren des Böhmerwaldes bis hin zu den Kalkalpen reicht. „Obwohl landesweit über 500.000 Insekten erwartet werden, ist die Methode populationsschonend, da die Fallen ohne Lockstoffe arbeiten und nur einen winzigen Bruchteil der lokalen Bestände erfassen“, erklärt Mag.a Sabine Pumberger, neue Geschäftsführerin des Naturpark Attersee-Traunsee.
Wir freuen uns, als Naturpark einen wertvollen Beitrag zu dieser „Großinventur der Insekten“ leisten zu können!
Malaisfallenprojekt in Steinbach am Attersee