Vogelerhebung
in Streuobstwiesen

Mit dem Ornitologen Hans Uhl im Naturpark unterwegs

In Zusammenarbeit mit dem Ornithologen Hans Uhl und seinen geschulten Augen, Ohren und professionellem Equipment wurden Ende April und Anfang Mai zwei Begehungen zur Vogelerhebung im Naturpark Attersee-Traunsee durchgeführt.
Von den frühen Morgenstunden bis um die Mittagszeit wurden sieben zwetschkendominierte Streuobstwiesen besucht und eine Vorerhebung der vorkommenden Vogelarten durchgeführt. Je Teilgebiet erfolgte eine Dokumentation der Vogelarten und ihrer geschätzten Häufigkeit mittels Tagesartenlisten. Diese Vorgangsweise erlaubt zwar einen ersten Überblick über die Vogelfauna der regionalen Obstgärten, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Arterfassung (geringe Begehungshäufigkeit, keine Eulenkontrolle, etc.)
Bei den Begehungen trafen wir durchwegs auf sehr freundliche und gesprächige Grundbesitzer, die uns wertvolle Informationen über die gefiederten Besucher in deren Streuobstwiesen gaben und freundlicherweise ihre Flächen für die Erhebung zur Verfügung stellten.
45 Vogelarten sind in den Obstgärten bzw. angrenzenden Landschaftsabschnitten bislang nachgewiesen. Dadurch ist belegt, dass diese relativ kleinen Flächen aufgrund ihrer naturnahen Bewirtschaftung wesentlich zum Artenreichtum der regionalen Kulturlandschaft beitragen. Kommune Arten wie Amsel, Buchfink, Hausrotschwanz, Zilpzalp oder Mönchsgrasmücke kommen in allen Teilgebieten vor. Typische Bewohner der alten, größeren Streuobstbestände sind die Höhlenbrüter Buntspecht, Grünspecht, Kohl-, Blau-, Tannen- und Sumpfmeise sowie Kleiber und Grauschnäpper.
Bemerkenswert, weil in Oberösterreich mittlerweile gebietsweise selten geworden, sind lokale Brutvorkommen von Baumpieper, Neuntöter, Goldammer und Kuckuck. Der Baumpieper ist aus den Niederungen des oö. Alpenvorlandes in den letzten beiden Jahrzehnten weitestgehend verschwunden. Seine Brutvorkommen im Naturpark sollten daher in der weiteren Arbeit besonders beachtet werden.
Der Neuntöter hat sich bei der zweiten Begehung besonders stolz und geduldig präsentiert - deshalb widmen wir Ihm den nachfolgenden Fachartikel in dieser Ausgabe der Zsåmgschaut (Seite 12).

 

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