Schutz des heimischen Steinkrebses:
Flusskrebssperre im Naturpark Attersee-Traunsee
errichtet

Im Steinbach bei Schörfling sorgt eine neue Sperre dafür, dass der heimische Steinkrebs vor invasiven Arten geschützt bleibt – ein wichtiger Schritt für den Erhalt unserer natürlichen Gewässervielfalt.

Zum Schutz des heimischen Steinkrebses wurde im Steinbach bei Schörfling am Attersee eine Flusskrebssperre errichtet. Damit will der Naturpark Attersee-Traunsee die wertvollen Steinkrebsbestände in den Oberläufen der Fließgewässer langfristig sichern und die Einschleppung invasiver, nicht-heimischer Arten verhindern. Der Steinkrebs (Austropotamobius torrentium) zählt zu den besonders schützenswerten heimischen Tierarten. In den Oberläufen der Gewässersysteme des Naturparks Attersee-Traunsee bestehen noch stabile Populationen dieser sensiblen Art.

Diese Bestände sind jedoch durch die Ausbreitung invasiver Flusskrebse – insbesondere des nordamerikanischen Signalkrebses – akut gefährdet. Über die direkten Gewässerverbindungen zu den Vorflutern besteht die Gefahr, dass sich die eingeschleppte Krebspest über die Signalkrebse in die Oberläufe ausbreitet. Um dies zu verhindern, wurde die Flusskrebssperre strategisch so platziert, dass sie eine Wanderung invasiver Krebsarten unterbindet und somit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der heimischen Steinkrebspopulation beiträgt.

„Mit dieser Maßnahme leisten wir einen wichtigen Beitrag zum langfristigen Schutz der heimischen Biodiversität im Naturpark Attersee-Traunsee“, betont Sabine Pumberger, stellvertretende Geschäftsführerin des Naturparks Attersee-Traunsee. „Der Steinkrebs ist ein Indikator für sauberes Wasser und ein intaktes Ökosystem – sein Erhalt steht sinnbildlich für die Gesundheit unserer Gewässerlandschaften.“

Landschaften voller Leben

Das Projekt im Naturpark Attersee-Traunsee ist eine von insgesamt 15 Initiativen im Rahmen des Projekts „Landschaften voller Leben“, welches durch den  Biodiversitätsfonds gefördert wird. In diesem Projekt bündeln elf Naturparke aus sechs Bundesländern gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs die Kraft ihres Netzwerks zum Schutz der biologischen Vielfalt.

Beabsichtigt wird der Erhalt gefährdeter Arten und ihrer Lebensräume sowie der Revitalisierung geschädigter Ökosysteme. Auf insgesamt 62 Projektflächen mit einer Gesamtgröße von 71 Hektar profitieren Flora und Fauna vom engagierten Einsatz der Naturparke. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Förderung der Lebensraumvernetzung – ein zentraler Faktor für langfristig funktionierende, naturnahe Lebensräume.

Dieses Engagement unterstreicht die zentrale Rolle, die Naturparke als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung und aktiven Naturschutz spielen. Dies betont auch Veit Kern, Projektkoordinator beim Verband der Naturparke Österreichs, wenn er feststellt: „Die Maßnahmen zeigen: Naturschutz wirkt. Und er braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen – für eine lebendige Zukunft, für Vielfalt, für unsere Landschaften voller Leben.“

Naturparke im Überblick

In Österreich gibt es 47 Naturparke, die sich quer über das Land verteilen – vom Neusiedler See im Burgenland bis zur Nagelfluhkette in Vorarlberg. Zusammen haben sie eine Fläche von 6.192 km² und verteilen sich auf 224 Gemeinden mit über 750.000 Einwohner:innen. Naturparke sind geschützte Natur- und Kulturlandschaften und zeichnen sich durch ihre regionale Eigenart, die wohlausgewogene Nutzung, kulturelle Besonderheiten sowie ein breites Angebot an Möglichkeiten des Naturerlebens aus.

In den Naturparken engagieren sich viele unterschiedliche Akteur:innen für die Bewahrung der charakteristischen Landschaften und der darin beheimateten Tier- und Pflanzenwelt. So gibt es in Österreich insgesamt 192 zertifizierte Naturpark-Schulen und 111 Naturpark-Kindergärten bzw. -Horte. Auch zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe in diesen Regionen arbeiten eng mit den Naturpark-Managements zusammen und schreiben Nachhaltigkeit groß. Nicht zu vergessen sind die unzähligen Personen, die in der Naturvermittlung tätig sind oder sich in den Naturpark-Büros und Vereinen engagieren.

Steinkrebs